Ich hatte gestern das Vergnügen an zwei exeptionellen Verstaltungen teilnehmen zu dürfen.
Von Engeln und Investments
Im ersten mittäglichen Fall handelte es sich um die Präsentation des “neuen” Weingutes Stift Göttweig. 26 Hektar an Weingärten, die das Kloster zunächst der Krems-Chemie Legende Dr. Wolfgang Unger und dann seiner Tochter Petra Unger verpachtet hatten, wurden 2005 an die Weingut Stift Göttweig GmbH eingebracht, deren Teilhaber Hans Schmid (schon wieder), die Brüder Asamer(PDF), Rudolf Eichinger, Werner Lanthaler, sowie die Stadt Krems, das Stift Göttweig selbst sowie Fritz Miesbauer, der den Geschäftsführer und Winemaker macht. Die Präsentation fand im Wintergarten des Haas-Hauses gegenüber des Stephansdomes in Wien statt. Ganz klar, die wollen hoch hinaus. Indizien dafür sind die Gesellschafter selbst und exklusive Partnerschaften mit Wein & Co und Morandell. Die erste Ernte ~ 130.000 Flaschen wurde gleich mal zur Gänze verkauft. Das Weingut ist Mitglied der Traditionsweingüter und freut sich bei der am 30. April ins Leben zu rufenden Lagenklassifizierung, wie wir sie etwa aus Frankreich kennen, vorne mitdabei zu sein.
Nun, ganz kurz zu den Weinen aus subjektiver Sicht: der Jahrgang 2009 ist im klassischen Veltlinerbereich animierend und sortentypisch, v.a. der Messwein (aka Zwitscherwein, macht ca. 60% der Flaschenmenge aus) gefällt; bei der Lage Gottschelle, Kremstal DAC Reserve fehlt mir die Säure. Die Rieslinge wiederum sind eine wilde Mischung aus Frucht und Säure, da hätte weniger gut getan.
Für mich die erfreulich Überraschung war der Winzersekt Stift Göttweig “Brut” 2007 aus 40% Pinot Noir, 40% Pinot Gris, 20 % Chardonnay cuveetierte Sekt. Knochentrocken, 12% Alkokol und eine wunderschöne Pinotfrucht mit ausgeprägten extrakt. Der kostet dann auch 22,- EUR ist aber jeden Cent wert. Ich bin kein Champagner- bzw. Sektrinker aber der 28 Monate gereifte Sekt war an Engel im Sekthimmelreich gemahnend.
Der Käse im Keller
Abends hatte ich die Ehre im Keller des Harry’s Time vornehmlich österreichischen Käseschätzen und der passenden Weinbegleitung auf den Grund zu gehen. Jason Turner, gab den Mundschenk und Ulrike Skrypek, die Käsesommeliere.
Meine Top-Combo des Abend war Toggorino, ein gereifter, steinharter sehr aromatischer Ziegekäse aus Tirol und der Chardonnay vom Weingut Hofbauer aus Unterretzbach. Der extrakreiche, halbtrockene Chardonnay Sandgrube 2009 hat super die Würze des Toggorino umspült, der Pinot Noir Reserve vom Juris konnte da nicht mit.
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